Die vorgeburtliche Beratung ist von grundlegender Bedeutung für einen korrekten Umgang mit der Fortpflanzung" - Interview mit Prof. Giovanni Centini

14. Mai 2024

Giovanni Centini, Facharzt für Geburtshilfe und Gynäkologie, ist Professor für Pränataldiagnostik an der Universität von Siena und leitet seit über 30 Jahren die Abteilung für Pränataldiagnostik in Santa Maria della Scala. Er ist Autor von über 200 nationalen und internationalen Veröffentlichungen und Mitautor von 5 Bänden über Ultraschall in der Geburtshilfe und Gynäkologie.

Wann wird eine Schwangerenberatung empfohlen und wie sieht sie aus?

Bevor man sich auf den Weg der Schwangerschaft begibt, ist es ratsam, eine pränatale Beratung durchzuführen, um eine informierte Schwangerschaft bewältigen zu können. In einem ersten Gespräch werden die Familiengeschichte der künftigen Eltern und ihr Lebensstil erfragt, um eventuelle Erbkrankheiten zu ermitteln und ihnen die Instrumente an die Hand zu geben, die sie für ein korrektes Vorgehen bei der Zeugung benötigen.

Hinzu kommen einige Blutuntersuchungen zur Überprüfung des Antikörperstatus gegen bestimmte Infektionskrankheiten wie Toxoplasma oder Cytomegalovirus, die den Verlauf der Schwangerschaft beeinträchtigen können, sowie eine Ultraschalluntersuchung zur Untersuchung der inneren Genitalien. Abschließend werdenFolsäure zur Vorbeugung einer fetalen Spida bifida oder gegebenenfalls andere Präparate verschrieben. Dies ist der Zeitpunkt, an dem das Paar alle Probleme oder Ängste, die häufig bei der Entscheidung für ein Kind auftreten, ansprechen und lösen kann.

Apropos Pränataldiagnose: Welche Tests werden empfohlen?

DieUltraschalluntersuchung ist heute ein unverzichtbares Hilfsmittel, um das physiologische Wachstum des Fötus zu beurteilen und strukturelle Anomalien auszuschließen oder leider auch zu vermuten. In der Regel sind bei einer physiologischen Schwangerschaft drei Kontrolluntersuchungen vorgesehen, die in den drei Trimestern durchgeführt werden.

Die erste Kontrolle kann früh, in der 6. bis 7. Woche, durchgeführt werden, um das Vorhandensein der Schwangerschaftskammer in der Gebärmutter, das Vorhandensein des Embryos und die Beobachtung der Herztätigkeit festzustellen. Anschließend, etwa in der 10. und 11. Woche, kann die Datierung der Schwangerschaft vorgenommen werden. Die erste Untersuchung ist wichtig, um den Lebensstil während der Schwangerschaft zu besprechen und Paare, die dies wünschen, auf genetische Anomalien, wie das Down-Syndrom, hinzuweisen.

Zu diesem Zweck ist einer der bekanntesten Tests, der seit Jahren in unserer Region angeboten wird, der kombinierte Test, der eine Blutprobe zur Messung bestimmter Hormone und eine Ultraschalluntersuchung um die zwölfte Schwangerschaftswoche zur Messung der Nackentransparenz umfasst. Schwangerschaftswoche, um die Nackentransparenz zu messen. Es ist möglich, korrekte Informationen über den fetalen DNA-Test zu erhalten, der derzeit die höchste Zuverlässigkeit auf dem Gebiet der nicht-invasiven Techniken bietet.

Im zweiten Trimester wird die Ultraschalluntersuchung, der so genannte morphologische Ultraschall, in der 20. bis 22. Woche durchgeführt und zielt auf das Wachstum des Fötus und die Erkennung eventueller struktureller Anomalien ab.

Die Ultraschalluntersuchung im dritten Trimester wird zwischen der 30. und 32. Woche durchgeführt und dient vor allem der korrekten Entwicklung des Empfängnisprodukts, der Präsentation des Fötus, der Beurteilung der Fruchtwassermenge sowie dem Ausschluss bestimmter spät auftretender Krankheiten, einschließlich Nieren- und Darmerkrankungen.

Welche Rolle spielt der dreidimensionale Ultraschall in diesem diagnostischen Prozess?

Das 3D/4D-Echo spielt in der Gynäkologie eine sehr wichtige Rolle bei der Untersuchung von Fehlbildungen der Gebärmutter, die in der Allgemeinbevölkerung etwa 7 % ausmachen. In der Geburtshilfe werden sowohl 3D, d.h. die statische Bilddarstellung, als auch 4D, d.h. das bewegte Bild (vierte Dimension ist die Zeit), verwendet. Das 3D/4D-Echo bietet eine genauere Diagnosemöglichkeit bei einigen spezifischen Pathologien.

Diese Untersuchung hat auch den Effekt, dass sich bei den Eltern die emotionale Beziehung zum Fötus verstärkt, denn die Möglichkeit, den Körper im ersten Trimester und später das Gesicht des Babys zu "sehen", macht konkret, was bei der zweidimensionalen Ultraschalluntersuchung nur in der Vorstellung möglich ist. Mit 3D/4D wird sich auch der männliche Partner des Geheimnisses bewusst, das im Bauch der werdenden Mutter wächst. Um all dies zu erreichen, ist es ratsam, die dreidimensionale Ultraschalluntersuchung spätestens in der 29.

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